Viele Menschen, die eine Sepsis überlebt haben, fühlen sich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus nicht wieder wie sie selbst. Oft beschreiben Überlebende große Erschöpfung, Konzentrationsprobleme oder andere Beschwerden.
Diese Gefühle und Symptome sind kein Einzelfall. Forschung und Erfahrungsberichte zeigen, dass viele Sepsis-Überlebende mit anhaltenden körperlichen und seelischen Beschwerden zu kämpfen haben. In solchen Fällen ist es wichtig, zu wissen, wo man sich Unterstützung holen kann.
Warum fühle ich mich nach einer Sepsis anders?
Während der Sepsis gerät unser Körper an sein Limit. Durch die extreme Immunreaktion werden nicht nur die Erreger bekämpft, sondern auch Nervengewebe und Organe wie Lunge, Herz und Niere geschädigt und das Immunsystem aus der Balance geworfen.
Viele Betroffene berichten von:
- anhaltender Müdigkeit und Erschöpfung,
- Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen,
- Schlafstörungen,
- Atemnot oder Herzbeschwerden,
- einer erhöhten Infektanfälligkeit,
- und psychischen Belastungen wie Ängsten oder Depressionen.
Dieses Krankheitsbild hat inzwischen einen Namen: Post-Sepsis-Syndrom (PSS) oder auch PICS (Persistent Inflammation, Immunosuppression and Catabolism Syndrome). Es betrifft etwa drei von vier Sepsis-Überlebenden.
Wo finde ich Hilfe?
In Österreich und Deutschland ist die Nachsorge nach Sepsis bisher nicht flächendeckend geregelt, was bedeutet, dass es noch keine klaren Zuständigkeiten für die Sepsis-Nachsorge gibt. Betroffene sind jedoch nicht allein. Mehrere Patient:innenorganisationen bieten Rat und Unterstützung.
Diese Stellen und Angebote können Sepsisüberlebenden helfen:
- Sepsishelden e.V. – Erfahrungsberichte, Beratung und Selbsthilfe
- Deutsche Sepsis-Stiftung – Informationen für Betroffene & Angehörige
- European Sepsis Alliance – mit der deutschsprachigen Broschüre „Leben nach der Sepsis„
- Podcast „AfterShock – Still alive“ – persönliche Geschichten über das Leben nach Sepsis



Was kann ich als Angehörige:r tun?
Auch für Angehörige kann sich im Fall einer Sepsis viel ändern. Der Mensch, den man begleitet, ist nach der Sepsis gegebenenfalls müde, zurückgezogen oder körperlich und emotional nicht so belastbar wie zuvor.
Was konkret hilft:
- Informationen einholen: Wer versteht, was PSS oder PICS bedeutet, kann besser damit umgehen.
- Geduld haben: Fortschritte kommen, aber oft langsam.
- Bei Terminen unterstützen.
- Entlastung organisieren: Haushaltshilfe, Pflegeberatung oder Reha können helfen.
- Die eigene Belastung ernst nehmen: Wer dauerhaft unterstützt, braucht selbst Pausen.